Der Beginn einer zweiten “transición”?

Publicado: 26 mayo 2011 en #takethesquare, Deutsch
Etiquetas:, , , , , , , , , ,

Am 23. Februar dieses Jahres feierte Spanien das 30. Jubiläum vom Sieg über den Putschversuch. Die Hauptakteure in diesem Putschversuch waren die Institutionen Militär, Parlament sowie das Königliche Haus. Für die Spanier waren es Stunden der Angst. Niemand wusste, wie sich alles abspielen würde. Die Verhandlungen liefen im Hintergrund, im Palast und im Parlament. Aber die Bevölkerung war verzweifelt und ratlos. Zum Glück konnte man sich letztendlich in die Transición – den demokratischen Ausgang aus Francos Diktatur – retten.

Fast drei Monate später, vor fünf Tagen, am 15. Mai haben 120.000 Leute in Spanien gegen die enttäuschende politische Lage und die hoffnungslose wirtschaftliche Situation demonstriert. Daraus haben sich Protestcamps entwickelt, die mittlerweile an den wichtigsten Plätzen Spaniens von der empörten Bevölkerung aufgebaut worden sind. Auf diese friedliche und selbstbewusste Form besteht man auf Äußerung des Rechts auf  politische und kritische Reflexion. Man fordert eine ethische Revolution der Gesellschaft.

Man spricht schon – mit Recht – von einer zweiten Transición. Denn sowohl die Überwindung des Putschversuches als auch diese Bewegungen haben einen gemeinsamen Punkt: die Demokratie zu retten. Damals kam die Gefahr vom Militär. Jetzt vom Mangel an Ethik in Politik und Wirtschaft.

Es gibt jedoch einen wesentlichen Unterschied zwischen beiden Ereignissen. Damals waren es die Institutionen – Militär, Parlament und König – die den Ablauf der Ereignisse mitbestimmt haben. Jetzt ist es das Volk, das die öffentlichen Plätze erobert hat. Damals ging es um einen gewaltsamen Putschversuch. Heute ist es ein friedlicher Protest. Damals haben die Putschisten kein Vertrauen in ein demokratisches System gehabt. Jetzt wollen wir kundgeben, dass wir weiter an die Demokratie glauben wollen, und dass das politische System weiterhin glaubwürdig ist. Damals hatte man Angst. Heute haben wir den Mut zu äußern, dass wir jetzt unsere Zukunft haben wollen. Wir sind keine Ware, wir sind nicht Konsumenten, wir sind nicht Ideologieträger. Wir sind Menschen, die menschlich und friedlich weiterleben wollen.

Die Abwehr des Putschversuches 1981 hat einen Raum geschaffen, in dem heute unsere Proteste friedlich stattfinden können. Ich möchte, dass dieser friedliche politische Diskurs unserer Probleme und die Meinungsbildung des Volkes außerhalb der Parteien stattfinden kann. Ich will demokratisch leben und dafür fordern wir Arbeit, Wohnung, Bildung und Vertrauen in die Denkfähigkeit und die Vernunft des Volkes: Man will wie ein politisch Mündiger behandelt werden. Man will nicht vom Geld oder von Ideen, die in Ideologien kapitalisiert worden sind, regiert werden. Man will die Möglichkeit haben, unser Leben und unsere Zukunft selbst zu bestimmen. Man will keine überflüssigen Institutionen, die nur Geld kosten aber uns das Leben nicht vereinfachen. Man will Verantwortung: Für unsere Politiker und unsere Beamten, aber auch für uns selbst. Man will meine Zukunft jetzt.

Und eins ist klar: Dies sollte kein Wandel nur in Spanien sein, sondern in der Welt. Das ist es woran man glaubt: es ist der Beginn einer Globalisierung der Empörung, die mehr Liebe und Respekt für Mitmenschen und Umwelt fordert.

Responder

Introduce tus datos o haz clic en un icono para iniciar sesión:

Logo de WordPress.com

Estás comentando usando tu cuenta de WordPress.com. Cerrar sesión / Cambiar )

Imagen de Twitter

Estás comentando usando tu cuenta de Twitter. Cerrar sesión / Cambiar )

Foto de Facebook

Estás comentando usando tu cuenta de Facebook. Cerrar sesión / Cambiar )

Google+ photo

Estás comentando usando tu cuenta de Google+. Cerrar sesión / Cambiar )

Conectando a %s